Solarlampen-Ratgeber
Solarlampen gibt es in unzähligen Varianten – und genauso vielfältig sind die technischen Begriffe rund um Lumen, mAh, IP-Schutzklassen und Solarpanels. In unserem Ratgeber erklären wir verständlich, worauf es beim Kauf wirklich ankommt, damit Sie genau die Solarleuchte finden, die zu Ihrem Garten, Ihrem Eingang oder Ihrer Terrasse passt.
Sie erfahren, wie viel Helligkeit für welchen Einsatzzweck nötig ist, welche Rolle Akkukapazität und Solarpanel-Typ für die Leuchtdauer spielen, wie Sie die richtige Wetterfestigkeit wählen und worauf Sie bei Bewegungsmeldern achten sollten. Dazu gibt es eine praktische Kaufkriterien-Übersicht als Schnellreferenz und Tipps zu Montage und Pflege, damit Ihre Solarlampen viele Jahre zuverlässig leuchten.
Ratgeber nach Thema
Helligkeit & Lumen
Wie viel Lumen brauchen Garten, Weg und Sicherheitsbeleuchtung?
Mehr dazu unten im Ratgeber
Akku & Leuchtdauer
mAh, Lithium vs. NiMH und wie lange Solarlampen wirklich leuchten
Mehr dazu unten im Ratgeber
Solarpanel & Ladung
Monokristallin vs. polykristallin und der richtige Standort
Mehr dazu unten im Ratgeber
Wetterfestigkeit
IP-Schutzklassen verstehen und die richtige Wahl treffen
Mehr dazu unten im Ratgeber
Bewegungsmelder
PIR-Sensoren, Reichweite, Erfassungswinkel und Leuchtmodi
Mehr dazu unten im Ratgeber
Montage & Pflege
Richtig montieren, Panel reinigen und Akku tauschen
Mehr dazu unten im Ratgeber
Kaufkriterien nach Leuchten-Typ
Welche Helligkeit, Akkukapazität und IP-Schutzklasse für welchen Leuchten-Typ sinnvoll sind – unsere Schnellreferenz für die Kaufentscheidung.
| Leuchten-Typ | Helligkeit | Akku (mAh) | IP-Schutz | Lichtfarbe |
|---|---|---|---|---|
| Solarleuchten Garten | 20–100 lm | 1000–2000 | IP44 | warmweiß / RGB |
| Solar-Wandleuchten | 400–1000 lm | 1500–2400 | IP65 | warm-/kaltweiß |
| Solar-Wegeleuchten | 10–80 lm | 600–1500 | IP44 | warmweiß |
| Solar-Lichterketten | gering (Deko) | 600–1200 | IP44 | warmweiß / RGB |
| Solar-Strahler | 800–2500 lm | 2000–4000 | IP65 | kaltweiß |
Kaufkriterien im Detail erklärt
Helligkeit: Wie viel Lumen brauchen Sie?
Die Helligkeit einer Solarlampe wird in Lumen (lm) angegeben – nicht in Watt, da LEDs sehr stromsparend arbeiten und die Wattzahl deshalb nichts über die abgegebene Lichtmenge aussagt. Für dekorative Akzente im Beet reichen 20 bis 50 Lumen, die eher stimmungsvoll als funktional leuchten. Wegeleuchten liegen meist zwischen 10 und 80 Lumen und markieren Pfade, ohne zu blenden. Wandleuchten am Eingang sollten 400 bis 1000 Lumen liefern, damit Treppen und Türbereich gut ausgeleuchtet sind. Helle Sicherheits-Strahler erreichen 1000 bis über 2500 Lumen und schrecken durch ihren plötzlichen Lichtkegel auch zuverlässig ab. Ein wichtiger Punkt, den viele beim Kauf übersehen: Zahlreiche Solarlampen rufen die angegebene Maximalhelligkeit nur im Bewegungsmodus für wenige Sekunden ab und leuchten im Dauerbetrieb deutlich gedimmt, um den Akku zu schonen. Prüfen Sie daher, ob sich die Lumenangabe auf den Dauer- oder den Spitzenmodus bezieht.
Lichtfarbe und Kelvin: warm oder kalt?
Neben der reinen Helligkeit entscheidet die Lichtfarbe maßgeblich über Wirkung und Atmosphäre. Sie wird in Kelvin (K) gemessen: Niedrige Werte bedeuten warmes, hohe Werte kühles Licht. Warmweiß zwischen 2700 und 3000 Kelvin wirkt gemütlich, wohnlich und wird der klassischen Glühlampe am ehesten gerecht – die richtige Wahl für Terrasse, Beete und dekorative Akzente. Neutralweiß um 4000 Kelvin liefert ein klares, natürliches Licht und eignet sich für Einfahrten und Hauseingänge, wo gute Sicht zählt. Kaltweiß ab 5000 Kelvin wirkt sehr hell und technisch und ist Sicherheits-Strahlern vorbehalten. Ein praktischer Nebeneffekt: Warmweißes Licht zieht nachts deutlich weniger Insekten an als kaltweißes, was es für Sitzbereiche besonders angenehm macht.
Akku-Kapazität in mAh richtig einordnen
Die Akkukapazität in Milliamperestunden (mAh) gibt an, wie viel Energie der Speicher aufnehmen kann, und beeinflusst damit direkt die Leuchtdauer. Kleine Dekoleuchten und Lichterketten kommen mit 600 bis 1200 mAh aus. Wegeleuchten liegen häufig bei 600 bis 1500 mAh, während helle Wandleuchten und Strahler 2000 bis 4000 mAh oder mehr benötigen, um über die ganze Nacht zu leuchten. Die nackte mAh-Zahl allein ist allerdings wenig aussagekräftig: Entscheidend ist das Verhältnis aus Akkukapazität, Panelgröße und LED-Effizienz. Ein 2000-mAh-Akku mit großem Monokristallin-Panel und sparsamen LEDs leuchtet länger als ein 4000-mAh-Akku mit winzigem, ineffizientem Panel, das den größeren Speicher an einem trüben Tag gar nicht voll laden kann.
Lithium vs. NiMH: welcher Akkutyp?
Bei Solarlampen kommen vor allem zwei Akkutypen zum Einsatz. NiMH-Akkus (Nickel-Metallhydrid) sind günstig und in einfachen Modellen verbreitet, vertragen jedoch nur rund 500 bis 800 Ladezyklen und verlieren bei Kälte spürbar an Leistung. Lithium-Ionen- und besonders LiFePO4-Akkus speichern bei gleichem Bauraum mehr Energie, halten 1000 bis über 2000 Zyklen durch und arbeiten auch im Winter stabiler. LiFePO4 gilt zudem als besonders sicher und langlebig und ist deshalb in hochwertigen Außenleuchten zunehmend Standard. Wenn Sie zwischen zwei ähnlichen Modellen wählen, ist der Lithium- bzw. LiFePO4-Akku fast immer die zukunftssichere Entscheidung – vorausgesetzt, er lässt sich nach Jahren auch tauschen.
Solarpanel: monokristallin vs. polykristallin
Das Solarpanel ist das Herzstück jeder Solarlampe, denn ohne ausreichende Ladung nützt der beste Akku nichts. Monokristalline Panels bestehen aus einem einheitlichen Siliziumkristall, sind an ihrer gleichmäßig schwarzen Oberfläche erkennbar und erreichen die höchsten Wirkungsgrade – sie laden auch bei diffusem Licht, im Winter und an bewölkten Tagen zuverlässig. Polykristalline Panels mit ihrer bläulich-fleckigen Struktur sind günstiger in der Herstellung, aber etwas weniger effizient und brauchen mehr direkte Sonne. Achten Sie nicht nur auf den Typ, sondern auch auf die Panelfläche: Ein großzügig dimensioniertes Monokristallin-Panel ist der wichtigste Faktor für gleichbleibende Leistung über das ganze Jahr, gerade an Standorten mit begrenzter Sonneneinstrahlung.
Standort und Ausrichtung des Panels
Selbst das beste Panel liefert nur dann genug Energie, wenn es richtig platziert ist. Das Solarpanel sollte täglich mindestens sechs Stunden direkte Sonne erhalten und auf der Nordhalbkugel nach Süden ausgerichtet sein. Bereits eine teilweise Verschattung durch Hecken, Dachüberstände, Zäune oder benachbarte Pflanzen reduziert die Ladeleistung überproportional. Modelle mit abgesetztem Panel und mehreren Metern Kabel bieten hier entscheidende Flexibilität: Sie können die Leuchte dort montieren, wo das Licht gebraucht wird – etwa unter einem Vordach –, und das Panel separat an die sonnigste Stelle setzen.
Wetterfestigkeit und IP-Schutzart
Für den dauerhaften Außeneinsatz ist eine ausreichende IP-Schutzart Pflicht. Die zweistellige Kennung beschreibt den Schutz gegen Fremdkörper (erste Ziffer, 0–6) und gegen Wasser (zweite Ziffer, 0–9). Für überdachte Bereiche genügt IP44 (Schutz gegen Spritzwasser). Frei stehende oder ungeschützt montierte Leuchten sollten mindestens IP65 erreichen, also staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt sein. Wer in einer regenreichen Region wohnt oder die Leuchte direkt der Witterung aussetzt, ist mit IP65 oder höher auf der sicheren Seite. Beachten Sie, dass eine hohe Schutzart nur dann hält, was sie verspricht, wenn Dichtungen und Verschraubungen intakt sind – beschädigte Gehäuse verlieren ihren Schutz.
Bewegungsmelder und PIR-Sensoren
Bei Sicherheits- und Funktionsleuchten ist ein guter PIR-Bewegungsmelder (Passiv-Infrarot) das entscheidende Komfort- und Sicherheitsmerkmal. Ein PIR-Sensor reagiert auf die Wärmestrahlung sich bewegender Körper und schaltet die Leuchte automatisch ein. Achten Sie auf einen weiten Erfassungswinkel von mindestens 120 Grad und eine Reichweite von 5 bis 10 Metern, damit der Sensor Personen oder Fahrzeuge zuverlässig erfasst. Hochwertige Modelle erlauben, Empfindlichkeit, Leuchtdauer und Helligkeit getrennt einzustellen. Besonders praktisch sind Dämmerung-plus-Bewegung-Modi, bei denen die Leuchte nachts schwach dauerleuchtet und bei Bewegung auf volle Helligkeit umschaltet – das spart Akku und sorgt trotzdem für Grundorientierung.
Leuchtdauer realistisch einschätzen
Herstellerangaben zur Leuchtdauer beziehen sich fast immer auf ideale Bedingungen: einen vollständig geladenen Akku nach einem sonnigen Sommertag und oft den gedimmten Sparmodus. In der Praxis fällt die nächtliche Leuchtdauer im Herbst und Winter deutlich kürzer aus, weil das Panel weniger Energie sammelt und die Nächte länger sind. Realistisch sollten Sie im Sommer mit voller Nachtleistung rechnen, in der dunklen Jahreszeit dagegen mit reduzierter Helligkeit oder einer Abschaltung in den frühen Morgenstunden. Wer ganzjährig zuverlässig Licht möchte, wählt ein Modell mit großzügig dimensioniertem Panel und Akku sowie idealerweise einer einstellbaren Leuchtstufe, um die Laufzeit an die Jahreszeit anzupassen.
Die wichtigsten Solarleuchten-Typen im Überblick
Wegeleuchten
Solar-Wegeleuchten werden mit einem Erdspieß entlang von Pfaden, Beeten und Einfahrten in den Boden gesteckt und markieren den Weg mit dezentem Licht nach unten. Sie sind in der Regel kabellos, schnell installiert und liegen meist zwischen 10 und 80 Lumen. Wichtig ist eine warmweiße Lichtfarbe, die nicht blendet, sowie ein Erdspieß, der auch in härterem Boden hält. Eine größere Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Solar-Wegeleuchten.
Strahler mit Bewegungsmelder
Solar-Strahler sind die hellsten Vertreter unter den Solarlampen und dienen vor allem der Sicherheit. Mit 800 bis über 2500 Lumen und einem PIR-Bewegungsmelder leuchten sie Hofeinfahrten, Garagenzufahrten und dunkle Hausecken schlagartig aus, sobald sich jemand nähert. Achten Sie auf ein abgesetztes Panel, einen großen Akku und IP65. Alle Modelle finden Sie unter Solar-Strahler.
Lichterketten
Solar-Lichterketten sind reine Dekoleuchten und setzen Bäume, Sträucher, Pergolen und Balkongeländer stimmungsvoll in Szene. Sie bestehen aus vielen kleinen LEDs an einem Kabel, das vom zentralen Solarpanel mit Akku gespeist wird, und sind oft in warmweißen oder bunten RGB-Varianten erhältlich. Ihre Stärke liegt in der Atmosphäre, nicht in der Helligkeit. Stöbern Sie in unserer Auswahl an Solar-Lichterketten.
Standleuchten und Laternen
Solar-Standleuchten und -Laternen verbinden Funktion mit Gestaltung. Als klassische Laterne auf dem Tisch, als Säulenleuchte neben der Haustür oder als hohe Wegelampe schaffen sie ein behagliches Licht und sind häufig in nostalgischem oder modernem Design gehalten. Viele Laternen imitieren mit flackernden LEDs den Effekt einer echten Kerze. Passende Modelle und Inspiration finden Sie in der Kategorie Solarleuchten Garten.
Wandleuchten
Solar-Wandleuchten werden an Hauswänden, Schuppen, Carports oder Zaunpfosten montiert und leuchten Eingangsbereiche, Treppen und Terrassen aus. Mit 400 bis 1000 Lumen, häufig kombiniert mit Bewegungsmelder und Dämmerungssensor, sind sie ein guter Kompromiss aus Helligkeit, Komfort und Optik. Eine robuste Befestigung und mindestens IP65 sind hier wichtig. Mehr dazu in der Kategorie Solar-Wandleuchten.
Bodenleuchten und Deko
Bodeneinbau- und Deko-Solarleuchten setzen Akzente, ohne aufzufallen: Sie betonen Wege, Stufen, Beeteinfassungen oder Teichränder mit Licht knapp über dem Boden. Dazu zählen begehbare Bodenstrahler, schwimmende Teichkugeln und dekorative Figuren mit integriertem LED-Licht. Solche Elemente kombinieren Sie ideal mit anderen Gartenleuchten zu einem stimmigen Lichtkonzept – eine breite Auswahl bietet die Kategorie Solarleuchten Garten.
Standortwahl & Ausrichtung des Solarpanels
Der Standort des Solarpanels entscheidet mehr über die Leistung einer Solarlampe als jede einzelne technische Kennzahl. Auf der Nordhalbkugel erzielen nach Süden ausgerichtete Panels den höchsten Energieertrag, weil sie über den Tag die meisten Sonnenstunden einfangen. Eine Ausrichtung nach Südost oder Südwest funktioniert ebenfalls gut, während nach Norden zeigende Panels deutlich weniger Ertrag liefern und im Winter kaum ausreichen.
Auch die Neigung spielt eine Rolle. Ein flach liegendes Panel sammelt im Hochsommer viel Energie, im Winter jedoch wenig, weil die Sonne dann tief steht. Ein um etwa 30 bis 45 Grad geneigtes, nach Süden gerichtetes Panel ist ganzjährig der beste Kompromiss und lässt Regen zugleich besser ablaufen, was die Selbstreinigung fördert. Bei abgesetzten Panels lohnt es sich daher, die Halterung bewusst schräg zu montieren statt waagerecht.
Achten Sie unbedingt auf Verschattung über den Tagesverlauf: Was am Vormittag in der Sonne liegt, kann am Nachmittag im Schatten eines Baums, einer Mauer oder des Nachbarhauses stehen. Schon eine teilweise Abschattung senkt den Ladestrom überproportional. Berücksichtigen Sie außerdem den saisonalen Sonnenstand – Laubbäume, die im Sommer Schatten werfen, sind im Winter kahl, und die tief stehende Wintersonne wirft längere Schatten. Wer maximale Flexibilität braucht, wählt ein Modell mit abgesetztem Panel und langem Kabel und platziert es an der sonnigsten Stelle des Grundstücks, unabhängig vom Montageort der Leuchte.
Akku, Überwinterung & Pflege
Mit der richtigen Pflege halten Solarlampen viele Jahre länger. Die wichtigste und zugleich am häufigsten vernachlässigte Maßnahme ist die regelmäßige Reinigung des Solarpanels. Staub, Pollen, Vogelkot und Kalkflecken bilden einen dünnen Film, der die Lichtdurchlässigkeit und damit die Ladeleistung deutlich reduziert. Wischen Sie das Panel alle paar Wochen mit einem feuchten, weichen Tuch ab und verzichten Sie auf aggressive Reiniger, die die Oberfläche angreifen könnten.
Ein häufig übersehener Punkt direkt nach dem Kauf: Viele Solarlampen werden mit einer transparenten Transport- oder Schutzfolie auf dem Panel geliefert. Solange diese Folie nicht entfernt wird, lädt der Akku kaum oder gar nicht – ein klassischer Grund, warum eine neue Leuchte vermeintlich defekt erscheint. Ziehen Sie die Folie also vor der ersten Inbetriebnahme ab und lassen Sie den Akku einige Tage voll durchladen.
Im Winter brauchen Solarlampen besondere Aufmerksamkeit. Entfernen Sie nach Schneefall den Schnee vom Panel, da der Akku sonst nicht geladen wird und die Leuchte dunkel bleibt. Modelle, die nicht ausdrücklich als frostsicher gekennzeichnet sind, sowie empfindliche Deko-Lichterketten sollten Sie im Spätherbst abbauen, den Akku zu etwa der Hälfte laden und an einem trockenen, frostfreien Ort einlagern. Ein vollständig entladener Akku kann bei langer Lagerung dauerhaft Schaden nehmen.
Lässt die Leuchtdauer trotz sauberem Panel und gutem Standort spürbar nach, ist meist der Akku am Ende seiner Lebensdauer. Bei Modellen mit tauschbarem Akku – oft eine Standard-Rundzelle wie AA oder 18650 – können Sie diesen für wenige Euro selbst ersetzen und die Leuchte so über viele Jahre weiternutzen. Diese Reparierbarkeit ist nicht nur nachhaltig, sondern auch ein handfestes Kaufargument, das Sie vor dem Kauf prüfen sollten.
Häufige Fehler beim Kauf und Betrieb von Solarlampen
Viele Enttäuschungen mit Solarlampen lassen sich auf wenige, vermeidbare Fehler zurückführen. Wer diese kennt, trifft eine bessere Kaufentscheidung und vermeidet Frust im Betrieb:
- Nur auf die Lumenzahl achten: Eine hohe Helligkeit nützt wenig, wenn Panel und Akku zu klein sind und die Leuchte nach kurzer Zeit dunkel wird. Entscheidend ist das Gesamtsystem.
- Panel in den Schatten setzen: Der häufigste Betriebsfehler. Ein verschattetes Panel lädt kaum – die Leuchte erscheint defekt, obwohl nur der Standort falsch ist.
- Schutzfolie nicht abziehen: Die werkseitige Folie auf dem Panel verhindert das Laden und wird beim Auspacken oft übersehen.
- Falsche IP-Schutzart wählen: Eine IP44-Leuchte an einer ungeschützten, dem Regen ausgesetzten Stelle nimmt mit der Zeit Schaden. Für freie Montage gehört IP65 her.
- Billigste Modelle ohne Akkutausch kaufen: Ist der Akku fest verbaut, landet die ganze Leuchte nach zwei Jahren im Müll, statt für wenige Euro repariert zu werden.
- Kaltweißes Licht für Wohnbereiche: Kaltweiß wirkt auf Terrasse und Sitzplatz ungemütlich und zieht mehr Insekten an – warmweiß ist hier fast immer die bessere Wahl.
- Winterleistung überschätzen: Wer im Sommer kauft und auf gleiche Leuchtdauer im Dezember hofft, wird enttäuscht. Im Winter ist die Laufzeit naturgemäß kürzer.
- Pflege vernachlässigen: Ein dauerhaft verschmutztes Panel verliert spürbar Leistung – die wenigen Minuten Reinigung pro Monat lohnen sich.
Für wen eignen sich welche Solarleuchten?
Mieter und Balkonbesitzer
Wer zur Miete wohnt oder nur einen Balkon hat, profitiert besonders von Solarlampen, da keine baulichen Eingriffe nötig sind. Klemm- oder Hängeleuchten, Lichterketten und Tischlaternen lassen sich ohne Bohren anbringen und beim Auszug rückstandslos wieder mitnehmen. Solar-Wegeleuchten mit Erdspieß funktionieren auch in Balkonkästen.
Eigenheimbesitzer
Im eigenen Haus mit Garten lohnt sich ein durchdachtes Lichtkonzept aus mehreren Leuchtentypen: Wegeleuchten für Pfade, Wandleuchten am Eingang und Strahler für Sicherheit. Hier zahlt sich die Investition in hochwertige Modelle mit großem Panel, Lithium-Akku und IP65 langfristig aus.
Deko-Fans
Wem es vor allem um Atmosphäre geht, der greift zu Lichterketten, Laternen, leuchtenden Figuren und farbwechselnden RGB-Leuchten. Helligkeit und Schutzart sind hier zweitrangig – im Vordergrund steht die Stimmung an lauen Abenden, auf der Terrasse oder rund um die Sitzecke.
Sicherheitsbewusste
Für mehr Sicherheit rund ums Haus sind helle Solar-Strahler mit Bewegungsmelder die erste Wahl. Sie leuchten dunkle Ecken, Einfahrten und Hauseingänge schlagartig aus und schrecken ungebetene Besucher ab – ganz ohne Verkabelung und Stromkosten.
Camping und mobile Nutzung
Für Camping, Wohnmobil, Schrebergarten oder den Einsatz unterwegs eignen sich kompakte, leichte Solarleuchten mit Tragegriff oder Aufhängung. Modelle mit zusätzlichem USB-Anschluss können oft sogar das Handy laden und sind dort ideal, wo gar keine Infrastruktur vorhanden ist.
Gärtner ohne Stromanschluss
In abgelegenen Gartenbereichen, am Teich oder im Schrebergarten ohne Netzanschluss spielen Solarlampen ihre größte Stärke aus: Sie liefern Licht ganz ohne aufwendig verlegte Erdkabel. Eine Kombination aus Wegeleuchten und ein paar Strahlern macht auch entlegene Ecken nutzbar und sicher begehbar.
Experten-Tipps für maximale Leuchtdauer & Lebensdauer
Mit diesen praxiserprobten Tipps holen Sie das Maximum aus Ihren Solarlampen heraus und verlängern ihre Lebensdauer deutlich:
- Erstladung ernst nehmen: Lassen Sie eine neue Leuchte vor der ersten Nutzung zwei bis drei sonnige Tage voll durchladen – am besten mit ausgeschaltetem Licht, damit die volle Energie in den Akku fließt.
- Panel regelmäßig reinigen: Ein sauberes Panel kann bis zu einem Drittel mehr Energie sammeln als ein verschmutztes. Ein feuchtes Tuch alle paar Wochen genügt.
- Schräg statt flach montieren: Ein um 30 bis 45 Grad geneigtes Panel fängt mehr Wintersonne ein und reinigt sich durch ablaufenden Regen teilweise selbst.
- Sparmodus im Winter nutzen: Schalten Sie, wenn möglich, auf eine niedrigere Helligkeitsstufe oder den Bewegungsmodus, damit die Leuchte trotz kurzer Tage die ganze Nacht durchhält.
- Verschattung gezielt vermeiden: Schneiden Sie Äste und Hecken zurück, die im Lauf des Jahres über das Panel wachsen, und prüfen Sie den Schattenwurf über den ganzen Tag.
- Akku rechtzeitig tauschen: Wird die Leuchtdauer trotz sauberem Panel kürzer, ersetzen Sie den Akku durch einen gleichwertigen – das ist günstiger und nachhaltiger als ein Neukauf.
- Frostschutz beachten: Lagern Sie nicht winterfeste Modelle halb geladen und frostfrei ein und entfernen Sie Schnee von ganzjährig genutzten Panels.
- Standort saisonal anpassen: Wenn ein Standort im Winter dauerhaft im Schatten liegt, versetzen Sie die Leuchte oder das abgesetzte Panel vorübergehend an eine sonnigere Stelle.
Glossar: Fachbegriffe rund um Solarlampen
- Lumen (lm)
- Maßeinheit für den gesamten von einer Lichtquelle abgegebenen Lichtstrom. Je höher der Lumenwert, desto heller die Leuchte – die zentrale Kennzahl für die Helligkeit von LED-Solarlampen.
- Lux (lx)
- Maß für die Beleuchtungsstärke, also wie viel Licht auf einer bestimmten Fläche ankommt. Anders als Lumen berücksichtigt Lux den Abstand zur Lichtquelle und die ausgeleuchtete Fläche.
- Kelvin (K) / Lichtfarbe
- Einheit der Farbtemperatur. Niedrige Werte (2700–3000 K) bedeuten warmweißes, gemütliches Licht, mittlere (rund 4000 K) neutralweißes und hohe Werte (ab 5000 K) kaltweißes, technisches Licht.
- mAh (Milliamperestunden)
- Maß für die Kapazität des Akkus, also die speicherbare Energiemenge. Höhere mAh-Werte ermöglichen tendenziell eine längere Leuchtdauer, sind aber nur im Zusammenspiel mit Panel und LED aussagekräftig.
- Wattpeak (Wp)
- Spitzenleistung eines Solarpanels unter genormten Idealbedingungen. Sie gibt an, wie viel Strom das Panel maximal liefern kann, und ist ein Indikator für die Ladeleistung.
- Monokristallin / Polykristallin
- Zwei Bauarten von Solarzellen. Monokristalline Zellen (gleichmäßig schwarz) sind effizienter und besser bei diffusem Licht, polykristalline (bläulich-fleckig) sind günstiger, aber etwas weniger leistungsstark.
- IP-Schutzart
- Zweistellige Kennzahl für den Schutz gegen Fremdkörper (erste Ziffer) und Wasser (zweite Ziffer). IP44 schützt gegen Spritzwasser, IP65 ist staubdicht und strahlwassergeschützt.
- PIR-Bewegungsmelder
- Passiv-Infrarot-Sensor, der die Wärmestrahlung bewegter Körper erkennt und die Leuchte automatisch einschaltet. Typisch bei Sicherheits-Strahlern und Wandleuchten.
- Erfassungswinkel
- Horizontaler Bereich, in dem ein Bewegungsmelder Bewegung registriert. Ein weiter Winkel ab 120 Grad sorgt für eine zuverlässige Auslösung über einen großen Bereich.
- Dämmerungssensor / Dämmerungsautomatik
- Lichtsensor, der die Leuchte bei einbrechender Dunkelheit automatisch ein- und bei Tageslicht wieder ausschaltet. Sorgt für komfortablen, vollautomatischen Betrieb ohne Schalter.
- Lithium / LiFePO4 / NiMH
- Akkutypen für Solarlampen. NiMH ist günstig, aber kurzlebiger; Lithium-Ionen speichert mehr Energie; LiFePO4 gilt als besonders langlebig, sicher und kältebeständig.